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Vorstandshistorie

1. Vorsitzender der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg   von 1955    1960

Hans Friedrich Le Tanneux von Saint Paul

aus dem Hause Jäcknitz
Sozialgerichtsrat Dr. jur.
Letzter Landrat des Kreises Militsch-Trachenberg
Kreisjägermeister a.D.; DRK-Oberstführer, Hauptmann der Res. a.D.; Inh.des EK I. und  II. Klasse des ersten Weltkrieges und des Kriegsverdienstkreuzes pp., Mitglied der Schlesischen Landesversammlung

       24. September 1897 Jäcknitz    ✝ 05. Juli 1961 Hannover

Bild Saint Paul

MTKS Nr. 82/1960 ein Bericht von  Kurt Lange:

Dr. von Saint Paul ist ein gebürtiger Ostpreuße.  Am 3. Mai 1933 trat er sein Amt in Militsch an, das er korrekt und in fairer Weise versah und wodurch er sich die Sympathie der Kreisbevölkerung erwarb.
Am 22.Januar 1945 gehörte der Landrat zu den Letzten, welche die Kreisstadt verließen, kurz bevor im dichten Nebel russische Panzer vor dem Kreishaus auftauchten. In Trachenberg sah ich ihn, unter Flüchtlingen stehend, für lange Zeit zum letzten Mal. Nach Beendigung der Kriegsverhandlungen (Mai 1945) fand Dr. von Saint Paul mit der wiedergefundenen Familie auf einem Dorfe im Kreise Nienburg eine dürftige Unterkunft.
Vom ersten Tag an beseelte ihn schon hier der Gedanke, das Schicksal der in alle Winde verwehten Kreisbewohner zu erforschen und sie vor der Hand wenigstens einmal listenmäßig zu sammeln. Trotz aller Schwierigkeiten gelang ihm, anfangs noch spärlich, dann aber immer mehr in zunehmendem Maße die Kontaktaufnahme, zumal er es auch verstand, Mitarbeiter für seine Arbeit im Dienste der Heimat zu begeistern. Mit der Zeit gelang es ihm auch schon, den persönlichen Kontakt zwischen den Heimatvertriebenen herzustellen. Die große Heimatkartei, heute mustergültig von Landsmann Anders weitergeführt, ist Dr. von Saint Pauls Schaffensdrang zu verdanken.
Ich erinnere mich noch gerne, des ersten Wiedersehens mit unserem Landrat auf einem Kreistreffen im Rahmen eines der ersten Bundestreffen der Schlesier in Hannover im Jahre 1952, wohin er inzwischen übergesiedelt war. Die interne Wiedersehensfeier in einem Saale des Bahnhofsrestaurants war überrasschend gut besucht und die Freude  unter den Versammelten über das gegenseitige Wiedersehen groß.
Hier wurde ich auf Vorschlag des Landrates einstimmig zum Heimatkreisvertrauensmann gewählt und von der Landsmannschaft Schlesiens für dieses Ehrenamt bestätigt. Von da an datiert meine Mitarbeit an dem von Dr. von Saint Paul geschaffenen Sammlungswerk, das später in die uns nun alle betreuenden Heimatkreisgemeinschaft Militsch – Trachenberg auslief.
Die Krönung dieses Werkes war das Zustandebringen der Patenschaftsübernahme unseres Heimatkreises durch den Landkreis Springe. Aus gesundheitlichen Gründen ließ er sich 1960 von seinem Amt als 1. Vorsitzender der Heimatkreisgemeinschaft entbinden und als Ausdruck tiefer Dankbarkeit für seine großen Verdienste in der Sammlung, Zusammenführung und Betreuung der weitverstreuten Menschen aus dem Kreise Militsch-Trachenberg wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Heimatkreisgemeinschaft ernannt.

Sein Werk liegt nun in den Händen von Edmund Graf von Hatzfeld, dessen Debüt als neuer 1. Vorsitzender in den Wiedersehensfeiertagen in Springe zu den besten Hoffnungen berechtigt. Mit dem stellvertretenden Vorsitzenden und Geschäftsführer unserer Heimatkreisgemeinschaft, Landsmann Johannes Anders, an der Spitze steht dem neuen Vorsitzenden ein Mitarbeiterstab zur Verfügung, der seine Bewährungsprobe schon bestanden hat.
Das mag auch eine Genugtuung für Dr. von Saint Paul sein.
Hans Friedrich von Saint Paul starb im Juli 1961 im Alter von 63 Jahren.

1. Vorsitzender der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg   von   1960    1997

Edmund Fürst von Hatzfeld Herzog  zu Trachenberg
Ehrenritter des Souveränen Malteser Ritterordens
Träger der goldenen Ehrennadel der Landsmannschaft Schlesien
Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande

      18. November 1923 Amsterdam         ✝ 02. Juli 1997 Köln

Fürst Hatzfeld

Nachruf MTKS 8/97 S.9:

Sein Jahrzehntelanger unermüdlicher Einsatz für die schlesische Heimat und für den Zusammenhalt seiner Landsleute brachte ihm tiefen Dank und Hochachtung und Verehrung entgegen.
Für ihn war es selbstverständlich an allen Kreistreffen teizunehmen, aber nicht nur das, sondern sich dabei auch persönlich einzusetzen. Darüber hinaus war er aber auch bei zahlreichen örtlichen Treffen dabei. Und selbstverständlich war es für ihn natürlich auch, an dem ersten Treffen unserer ehemaligen Kreisbewohner in den neuen Bundesländern – 1991 – in Markkleeberg, das mehr als 2000 Teilnehmer vereinigte, anwesend zu sein.

Während seiner vielen  Reisen suchte und knüpfte er immer zahlreiche Kontakte.

Durch seine Verbindungen, die er überall bei Kirchen und Behörden geknüpft hatte, trug er maßgeblich zur Verwirklichung vieler Projekte bei, vieles  wäre nicht zustande gekommen, hätte er nicht Mittel und Wege gefunden, die Finanzierung herzuleiten.
Hier zu nennen sind: Die Renovierung des baulichen Kleinodes des schlesischen Barockbaumeisters Christian Hackner, der katholischen Kirche in Korsenz, sie wurde in seiner Gegenwart am 5.12.1993 eingeweiht.
Auch zur Restaurierung der katholischen Kirche in Radungen hat er beigetragen und zusätzlich eigene finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.
Der Neubau des Krankenhauses in Militsch ist seiner Initiative zu verdanken.
Um die einst an dem bei Kriegsende zerstörte am Schloß-Trachenberger befindliche Bronzetafel hat sich Fürst Hatzfeld auf seiner letzten Reise besonders bemüht. Sie erinnerte ja an das Protokoll zu dem Feldzugspan 1813 gegen Napoleon. Er hat erreicht, dass sie in deutscher und polnischer Sprache neu gegossen und am Wohnturm Maria Trauburg angebracht wurde.
All sein Einsatz nicht nur für seine Heimat, sondern auch für unser Schlesien, er war ja im Beirat im „Verein Haus Schlesien“ in „Vereinte Adelsarchive im Rheinland“, fand Würdigung und Anerkennung durch Verleihung der „Goldenen Ehrennadel der Landsmannschaft Schlesien“ und nicht zuletzt 1993 des Bundesverdienstkreuzes am Band.
Mit Edmund Fürst von Hatzfeld haben die Militsch-Trachenberger nicht nur einen engagierten Vertreter der Interessen, einen Förderer und Wahrer der Kultur, sondern auch einen Ansprechpartner für vieles und vieles verloren. Edmund Fürst von Hatzfeld starb im Juli 1997 im Alter von 73 Jahren

1.Vorsitzender der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg von 1997 – 2014

Ernst Heider

Träger des Schlesierkreuzes der Landsmannschaft Schlesien

  • 29. November 1913 Militsch     ✝ 08. Juli 2014 Weinheim
Ernst Heider
Nachruf MTKS Nr. 9/2014  S.19 Durch den plötzlichen Tod des Vorsitzenden Fürst von Hatzfeld wurde Ernst Heider zu seinem Nachfolger als Vorsitzender der Heimatkreisgemeinschaft gewählt. Jahrzehntelang hat er sich unermüdlich um die schlesische Heimat verdient gemacht und die deutsch-polnische Freundschaft gefördert Ernst Heider wurde in Militsch geboren. Hier konnte er eine unbeschwerte Jugendzeit im Elternhaus  und im Betrieb „ Heider Landmaschinen“ in der Bartschstraße erleben. Die Bartsch hinter seinem Elternhaus war in seiner Kindheits- und Jugendzeit der Spiel- und Erlebnisplatz  für ihn, seine Geschwister und seine Schulfreunde aus dem Realgymnasium (Ostlandschule, später Liceum). Dies besuchte Ernst Heider bis zur Flucht im Januar 1945. Mit einigen seiner Klassenkameraden, die  hauptsächlich in Thüringen und Sachsen seßhaft geworden sind, hat Ernst Heider bis zuletzt  guten Kontakt gehabt. Bei Verwandten in Apolda/Thüringen fand seine Familie eine Bleibe. Er blieb dort bis zu seinem Schulabschluß. Zur weiteren Ausbildung ging es dann in den Westen, wo seine Familie inzwischen schon war. Seiner Heimat blieb Ernst Heider immer eng verbunden. In seinem Ruhestand engagierte er sich dann stärker in der Heimatkreisgemeinschaft. Nach seiner Wahl zum 1. Vorsitzenden als Nachfolger von Fürst Hatzfeld war es sein Anliegen die Heimatkreisgemeinschaft nach außen und nach „oben“ ins rechte Licht zu setzen. Die Verbindungen in die Heimat, die von den Vorgängern geknüpft worden waren, wurden fortgesetzt. Gute menschliche und politsiche Bedingungen machten deutsch-polnische Projekte möglich. 1994 entstanden erste Schulpartnerschaften und ab 1995 fand der regelmäßige Schüleraustausch statt. 1994 wurde von Christa-Maria Schedtler eine organisierte Busreise ehemaliger Schüler und Schülerinnen der Ostlandschule heute I. Lyceum, nach Militsch organisiert. Hierbei wurden die ersten Kontakte zu den öffentlichen Einrichtungen geknüpft, die in den folgenden Jahren zu freundschaftlichen Verbindungen geführt haben. Es folgten weitere Busreisen 1995, 1998, 2000, 2005 und 2007, die vom Vorstand der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg durchgeführt wurden. 1998 war das 70 J. Jubiläum der Ostlandsschule, heutiges  Liceum. Hier wurden dann die 1. Kontakte zu polnischen Kommunalpolitikern geknüpft. 2004 war der erste Besuch von polnischen Kommunalpolitikern in Springe zum 25. Bundestreffen. Bei diesem Treffen erhielten wir von den polnischen Gästen die Zusage, in unserer Heimat Gedenksteine für unsere Toten aufstellen zu können. Noch im gleichen Jahr wurden in Militsch, Trachenberg, Freyhanund Prausnitz die vorbereitenden Gespräche geführt. Daraufhin konnten in den folgenden Jahren die Gedenksteine für unsere Toten aufgestellt und feierlich eingeweiht werden. Ab 2008 gab es diverse Ausstellungen und weitere Projekte in Polen und Deutschland. In der Amtszeit von Ernst Heider ist die Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg eine der aktivsten geworden, wofür ihm die Landsmannschaft Schlesien mit der Verleihung des Schlesierkreuzes dankte. Ernst Heider starb im Juli 2014 im Alter von 83 Jahren.

Geschäftsführer und 2. Vorsitzender der Heimatkreisgemeinschaft Militsch – Trachenberg  von 1957 – 1970

Johannes Anders

Kreisoberinspektor a.D.

Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland

* 5.März 1892 Garki Kr. Adelnau Provinz Posen                  ✝ 19. Juli 1976 Springe

Johannes Anders

Nachruf „ in Memorian“ von Edmund Graf v. Hatzfeld MTKS 275/1976 S. 2:

 

Die Nachricht vom Ableben unseres verdienstvollen Ehrenvorsitzenden der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg, Herrn Johannes Anders am 19.7.1976 trifft die Teilnehmer des letzten Treffens im Juni dieses Jahres in Springe nicht unvorbereitet. Es war Herrn Anders nicht mehr möglich, an dem Festakt in der Heinrich-Göbel-Realschule teilzunehmen, wohl konnte er es noch ermöglichen der Totenehrung am Ehrenmal, wenn auch nur vom Wagen aus, beizuwohnen.

Mit Herrn Anders verschied eine Persönlichkeit, die sich wie nur ganz wenige nach dem Kriege voll in den Dienst der Vertriebenen und Flüchtlinge stellte. Zunächst arbeitete er nach der Vertreibung aus Militsch im Kreis Grimma Sachsen, wo viele Kreisbewohner ein vorläufiges Unterkommen fanden. Als jedoch die Amerikaner im Sommer 1945 Sachsen und Thüringen den Russen überließen, wurde er verhaftet und verbrachte drei bittere Jahre in den Konzentrationslagern Bautzen, Jamlitz und Buchenwald. Ende 1955 gelang es der Familie nach dem Westen zu fliehen, nach Gründung der Patenschaft 1957 verlegte sie ihren Wohnsitz nach Springe. Hier widmete sich Herr Anders ausschließlich der Arbeit für unsere Kreisbewohner, wohin auch immer sie verschlagen waren. In unermüdlicher Kleinarbeit baute er die Heimatkreiskartei auf, die schon durch Landrat Dr. von Saint Paul begonnen war. Sein schier unerschöpfliches Wissen um die Verhältnisse in unserem Kreis kam uns in jeder Hinsicht zugute, sei es in Lastenausgleichsangelegenheiten oder in Fragen der Rentenversicherung. Dabei konnte Herr Anders auf seine jahrzehntelange Erfahrung in der Stadtverwaltung Trachenberg, und ab 1.1.1931 in der Kreisverwaltung Militsch, wohin er durch Landrat Sperling berufen wurde zurückgreifen. Mit besonderer Liebe hing sein Herz an der Heimatstube, die er ins Leben rief und noch bis zuletzt mit seiner Gattin betreute. Seiner Initiative ist es unter anderem zu verdanken, dass bereits 1965 das Heimatbuch über unsreen Grenzkreis mit Hilfe des Patenkreises herausgegeben werden konnte. Zu erwähnen sind weiter die Gedenktafel für unsere Toten am Ehrenmal auf dem Burghof und die eichene Ehrentafel in der Heimatstube für die gefallenen Oberschüler. Immer, wenn es galt zu helfen, griff er ein! Man denke nur an die umfangreichen Paketaktionen. Er scheute keine Mühe, die Treffen vorzubereiten und nur wer es einmal gemacht hat, weiß, wieviel Arbeit damit verbunden ist, bis jeder Quartierwunsch erfüllt und jede Fahne aufgezogen ist. Ungezählt bleiben alle seine Briefe und Glückwünsche zu den Geburtstagen und sonstigen Festtagen. In fast jeder Ausgabe der Heimatzeitung war ein Artikel aus seiner Feder. Der Verfasser dieser Zeilen ist dankbar, dass er im Juni dieses Jahres Herrn Anders in seiner Wohnung noch besuchen konnte. Wie klar waren seine Gedanken und welche Pläne wollte er noch verwirklichen! Nunmehr trauern wir an seinem Grabe und sprechen seiner Gattin, seinen Töchtern und seiner Schwiegertochter mit Familien unserere tiefempfundene Anteilnahme aus. Auch uns wird Herr Anders, der sich in hervorragender Weise um unsere Heimat verdient gemacht hat, sehr fehlen.

Geschäftsführer der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg 1970 – 1980

William Kampe

Diplom – Landwirt

 
* 6. August 1901 Erlgrund/Krs.Militsch
14. März 2008 Heroldsberg

William Kampe

Nachruf MTKS Nr. 5/2008 S. 12:

 

Die Heimatkreisgemeinschaft hat ihren ältesten Heimatfreund, Diplom-Landwirt William Kampe, nach einem schweren, aber auch gnadenreichen Leben am 14. März 2008 im Alter von 106 Jahren verloren. In Heroldsberg bei Nürnberg hat er seine letzte Ruhestätte gefunden. Wir konnten ihn auf seinem letzten Weg begleiten und an seinem Grab Dankesworte sprechen. Am 6. August 1901 wurde William Kampe in Erlgrund im Kreis Militsch-Trachenberg geboren. In der Nachbarkereisstadt Krotoschin, damals noch Provinz Posen machte er sein Abitur. Nach dem Landwirtschaftsstudium an der Universität in Breslau übernahm er 1928 das elterliche Gut in Erlgrund und heiratete 1936 Johanna Rosicki aus Breslau, die ihm sechs Kinder schenkte. 1941 wurde William Kampe zur Wehrmacht eingezogen und hat am Rußlandfeldzug teilgenommen. Seine Frau mußte im Januar 1945 alleine mit ihren sechs Kindern Erlgrund verlassen und ist nach der Rückkehr endgültig ausgewiesen worden. Erst 1946, nach der amerikanischen Kriegsgefangenschaft, fand sich die Familie Kampe in Springe wieder. William Kampe war nun Landwirt ohne Land! Aber William Kampe schaffte es trotzdem für seine große Familie zu sorgen. Erst 1953, nach verschiedenen Arbeiten, wurde er in der Kreisverwaltung als Sachbearbeiter für den Lastenausgleich angestellt. Im Zusammenwirken mit unserem alten Landrat Dr. von Saint Paul beteiligte er sich aktiv an der Sammlung unserer Kreisbewohner und war Mitbegründer der Heimatkreisgemeinschaft und der Patenschaft mit dem Landkreis Springe. Von 1970 bis 1980 war er Geschäftsführer unserer Gemeinschaft. Besonders unsere Heimatfreunde in der ehemaligen DDR lagen ihm am Herzen. Er pflegte ständigen Kontakt durch Briefe und Geburtstagsgrüße und betreute sie bei den Heimattreffen in Springe. Insbesondere organisierte er mit Unterstützung seiner Familie und von Heimatfreunden die jährlichen Paketaktionen nach drüben. Noch mit über 80 Jahren übersiedelte er mit seiner Frau zu seinem Sohn nach Heroldsberg, wo er durch liebevolle Pflege noch über 25 Jahre verbringen konnte. Wie nur wenige Menschen hat William Kampe mehr als ein ganzes Jahrhundert mit allen seinen Höhen und tiefen erlebt und auch gemeistert. Für seine Arbeit für seine Landsleute ehrte ihn die Landsmannschaft mit der goldenen Ehrennadel und wir mit dem Ehrenbild der Grabofnitze. Nun hat uns der große Schlesier verlassen. Wir werden ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren.

2. Vorsitzender der Heimatkreisgemeinschaft Militsch Trachenberg von 1974 – 1996

Geschäftsführer von 1980 – 1998, im Vorstand seit 1960 , seit 1998 Ehrenvorsitzender


Dr. med. vet. Wilfried Stahr

Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deuschland


*22. Januar 1915 Militsch
18. Februar 2013 Potsdam

Dr Wilfried Stahr

Nachruf der Heimatkreisgemeinschaft MTKS 4/2013 S.9:

 

Wir nehmen Abschied von Dr. Wilfried Stahr, dem Ehrenvorsitzenden der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg. Nach kurzer schwerer Krankheit ist er am 18. Februar 2013 im gesegneten Alter von 98 Jahren in Potsdam verstorben. Wir danken unserem Herrgott, dass wir ihn solange erleben durften,

Wilfried Stahr wurde 1915 – im ersten Weltkrieg – in Militsch geboren. Hier besuchte er auch die Schule, zuletzt das Reformgymnasium – die Ostlandschule, die als Folge der verlorenen Ostgebiete gebaut wurde. 1935 legte er mit dem ersten Jahrgang sein Abitur ab. Nach Abschluß seines Studiums mit anschließender Promotion 1940 beabsichtigte er, in seiner Heimatstadt eine Tierarztpraxis zu eröffnen. Der Krieg durchkreuzte seine Pläne, denn er wurde eingezogen. Als seine Eltern unsere Heimat verlassen musten, feierte er als Soldat an der Ostfront seinen 30. Geburtstag. Nach der russischen Gefangenschaft fand er 1949 seine Familie wieder und sein Beruf führte ihn nach St. Augustin, wo er mit seiner Frau Ingeborg seine Familie gründete. Die Liebe zu seiner schlesischen Heimat ließ unseren Dr. Wilfried Stahr nicht ruhen. Über 50 Jahre war er aktiv mit und für die Heimatkreisgemeinschaft im Einsatz. Er schaffte viele Kontakte in Ost- und Wetsdeutschland. Zusammen mit seiner Frau Ingeborg verschickte er Weihnachtspäckchen zu den Landsleuten in Ostdeutschland, die spätere DDR und betreute sie bei ihren Besuchen zu den Treffen in Springe. Große Aufgaben kamen auf Dr, Stahr mit dem Fall der Mauer zu. Unvergessen, insbesondere bei unseren Landsleuten der ehemaligen DDR, ist das 1. gemeinsame Bundestreffen der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg 1991 in Markkleeberg. Hier wurden mit seiner Hilfe auch die ersten örtlichen Heimattreffen in Sachsen und Thüringen vorbereitet, die bis heute fortbestehen. Besuche in der Heimat hat Wilfrie Stahr mit seiner Familie schon ab den 70er Jahren unternommen und diese nach dem Fall der Mauer vertärkt fortgesetzt. So hat er 1993 den Kontakt zu seiner alten Schule, der Ostlandschule, heute I Lyceum, aufgenommen und auch Busreien mit ehemaligen Ostlandschülern nach Militsch gestartet. Die Kontakte zu seiner Schule in Militsch waren für Wilfried Stahr ein besonderes Anliegen. Hier hatte er 1935 bei der ersten Abiturfeier die chülerrede gehalten. Welche Gefühle mögen ihn in der Stunde bewegt haben, als er anläßlich des 70-jährigen Jubiläums der Ostlandschule erneut, zusammen mit Kardinal Gulbinowicz, zu einem großen Publikum sprechen konnte. Diese Veranstaltung war für ihn und für die Heimatkreisgemeinschaft ein erster Schritt zu guten Beziehungen zur heutigen Bevölkerung und der Administration in unserer Heimat. Große Beachtung hat seine Entscheidung gefunden, mit 93 Jahren in St. Augustin alles aufzugeben und nach Potsdam zu ziehen. Berufliche Gründe der Familie seiner Tochter haben den Entschluss bewirkt. Heimatfreunde, die Wilfrie und Ingebort in Potsdam besucht haben, haben einen neuen Wilfrie Stahr erlebt. Zusammen haben sie ihre neu gewählte Heimat erkundet und sich mit ihrer Geschichte beschäftigt. Der naheliegende Park Sanssouci lud von nun an zum täglichen Spaziergang ein. Die kulturelle und kirchliche Umgebung haben sie getragen und gehalten. Was für ein biblischer Lebensabschluß!

Herr Grundmann schrieb in der Ausgabe dieser Zeitung anlässlich seines 75. Geburtstages:

„Was wäre die Heimatkreisgemeinschaft ohne Wilfried Stahr“.