Reisen nach Schlesien

Reise in den Kreis Militsch im Herbst 2015

 

Unmittelbar nach dem Freyhaner Treffen startete am 5. September 2015 die diesjährige Busfahrt in den Militscher Kreisteil.  Erstes Ziel war der Übernachtungsort Hirschberg im Riesengebirge. Von dort ging es durch die Berge. Nicht alle Straßenunterführungen waren für den Bus hoch genug, und so war das fahrtechnische Geschick unseres Busfahrers mehr als einmal gefragt, als wir uns durch die schmalen Gebirgsstraßen im Landeshuter Gebiet , in der Grafschaft Glatz und im Eulengebirge schlängelten. Die Landschaft war wirklich schön und atemberaubend. Längere Pausen gab es am prächtigen Barockkloster Grüssau, in der Altstadt von Glatz und am Moltkeschen Gut in Kreisau, das jetzt Begegnungsstätte ist.

Als es Abend wurde in wir auf der Autobahn an Breslau vorbei unserem Übernachtungsort, der Mühle in Nesselwitz bei Militsch, zustrebten, wurde es nicht nur dunkel, sondern schwarz: Es regnete Bindfäden. Glücklich fanden wir jedoch das Hotel und hatten dann ein gutes Abendessen.

Der nächste Tag war vor allem für die Militsch und die Sulauer Gegend reserviert.  Herr Filusch zeigte uns in Lunke die Försterei, in der sein Vater gewirkt hatte, und wir besuchten die Sulauer Teiche. Der Sulauer Ring zeigte sich in alter Pracht. Der Gedenkstein von 1995 für die angebliche „Rückkehr von Sulau zum Mutterland Polen“ ist allerdings auch noch da.

Am nächsten Tag besuchten wir die verschiedenen Dörfer in der Militscher Umgebung, aus denen die Reiseteilnehmer stammten. Dr. Breiter besuchte wieder das Bahnhofsgebäude von  Kraschnitz, in dem seine Familie wohnte, in Freyhan waren wir beim Anwesen der Familie von Frau Cundius  und beim Haus meiner Urgroßmutter, das mein Sohn zum ersten Mal sah. In Karlstadt konnten wir einige Häuser identifizieren, aus denen auch meine Verwandtschaft stammt.  Schön fand ich es, daß wir in Kasawe auch das wahrscheinliche Wohnhaus von Herrn Troches Vorfahren sahen. In Liatkawe (Laubendorf) wiederum suchten wir das Wohnhaus der Familie Tangelst auf.

Am nächsten Tag ging es schon wieder zurück. Als Höhepunkt gab es eine Stadtrundfahrt durch Breslau. Einige von uns sahen nach Jahrzehnten das beeindruckende Gebäude der Jahrhunderthalle wieder.  Danach ging es zügig zurück nach Sachsen, wo alle gut ankamen.

Für Ende Mai 2016 ist eine weitere Fahrt geplant. Interessenten können sich jetzt schon melden.

 

Bericht zur Reise nach Schlesien anläßlich der 300-Jahr-Feier der Einweihung der Gnadenkirche

Am 25. Mai 2014 fanden in Militsch die Festlichkeiten zur 300.Wiederkehr der Einweihung der Gnadenkirche an. Aus diesem Anlaß, und natürlich um die Heimat zu besuchen, reiste am Freitag, dem 23. Mai, eine Gruppe der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg mit zwei Bussen nach Militsch.

Der Sonnabend war dem Besuch der Heimatdörfer gewidmet.  Wir konnten auch die Kirchen in Strebitzko, Gontkowitz und die neuerbaute Kirche in Nieder-Wiesenthal besichtigen, die vom Ehepaar Han gesponsort wurde. Die Familie Han ist Nachfahre des früheren Landrates von Krotoschin, der vor etwas über 100 Jahren dort amtierte und der nach dem 1.Weltkrieg dort blieb, als die Gegend polnisch wurde.

Höhepunkt der Reise war der Sonntag (25.Mai) mit dem Festgottesdienst am Nachmittag. Die Predigt hielt der polnische evangelische Propst Fober, beteiligt waren unter anderem auch der katholische Ortspfarrer Kudrynski, der evangelische Bischof Bogusz aus Breslau und Superintendent Koppehl aus Görlitz. Grußworte hielten  Mortimer Graf von Maltzan, dessen Familie über Jahrhunderte das Patronat der Kirche innehatten und der nochmals darum bat, alles zu tun, damit die derzeit in Posen befindliche Kanzel wieder nach Militsch zurückkehrt, der bundesdeutsche Generalkonsul Zeitz aus Breslau., Bürgermeister Pawel Wybierala und Hans Joachim Nitschke für unsere Kreisgemeinschaft.

Im Anschluß an den ökumenischen Gottesdienst gab es noch ein Festessen mit allen Beteiligten im Forstinternat.

Am Abend fand dann noch ein feierliches Konzert für Orgel, Flöte und Cembalo in der Gnadenkirche statt, gestaltet von Prof. Matthias Eisenberg (Orgel), Philina Gläser (Flöte) und Thomas Gläser (Cembalo). Trotz Schwierigkeiten mit einem Orgelregister war es beeindruckendes Erlebnis.

Am nächsten Morgen hieß es Sachen packen und von Militsch Abschied nehmen. Unsere letzte Übernachtungsort war in Petersdorf im Riesengebirge. Ein Bus  besuchte Kloster Grüssau, die sogenannten „11 Apostel“ in Schömberg und die Gnadenkirche Hirschberg. Der andere Bus besuchte Carlsruhe in Oberschlesien und die dort gelegene evangelische Sophienkirche, durch die der Pfarrer führte und die nächstes Jahr ihr 300-jähriges Jubiläum feiert. Danach stand ein Besuch mit Führung durch die beeindruckende Friedenskirche in Schweidnitz auf dem Programm, bevor wir nach einem Kurzabstecher zur Gnadenkirche Hirschberg ebenfalls im Hotel ankamen. Am nächsten Tag (Dienstag) ging es nach Görlitz, wo wir die Stadt mit der „Schlesischen Schatztruhe“ besichtigten.

Diese Fahrt nach Militsch mit der Jubiläumsfeier war sicher ein Höhepunkt für die Mitglieder der Kreisgemeinschaft.